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Roter Reinhard – die herzhafte Ribisel

Ein Klassiker wurde von den Österreichischen Baumschulen dieses Jahr zur Gartenpflanze des Jahres gewählt: Der Rote Reinhard – die herzhafte Ribisel.

Der fein säuerliche Geschmack der kleinen roten Beeren begeistert Erwachsene meistens mehr als Kinder, die sehr süße Früchte bevorzugen. Die Ribisel gehört zu den sehr traditionellen Obstgehölzen in Österreich. Das liegt sicher daran, dass sie eher anspruchslos ist, was den Standort betrifft und in allen Regionen gut wächst. Viele alte aber auch moderne Rezepte mit Ribiseln finden sich in allen Bundesländern und durch die guten Verarbeitungsmöglichkeiten ergeben sich vielfältige Anwendungen. Man denke nur an den süß-säuerlichen Ribiselkuchen mit Schneehaube, Ribiselsaft oder Marmelade für Linzer Augen.

Ribisel oder Johannisbeeren sind die richtigen Pflanzen für Garten-Neueinsteiger: sie ist pflegeleicht und macht wenig Arbeit. Der Rote Reinhard wurde als Gartenpflanze des Jahres ausgewählt, weil er besonders hohen Ertrag hat. Es handelt sich um eine frühe Sorte. Die dunkelroten Beeren auf den langen Trauben werden bereits Ende Juni reif. Der Rote Reinhard zeichnet sich durch dichten, starken Wuchs aus.

Die optimale Pflanzzeit ist im zeitigen Frühjahr vor dem Austrieb oder im Herbst. Da der Rote Reinhard im großen Ecktopf angeboten wird, ist die Pflanzung aber ganzjährig möglich. Ribisel sind selbstfruchtbar und daher muss keine zweite Pflanze gesetzt werden. Der Ertrag wird jedoch durch verschiedene Sorten etwas erhöht. Optimal ist ein sonniger Standort, da in der Sonne das Aroma der Beeren intensiver wird. Ribisel werden tief gesetzt. Der Wurzelballen sollte mindestens drei Finger breit unter dem Erdniveau sein. Johannisbeeren sind Flachwurzler und daher soll rund um die Sträucher möglichst wenig gejätet werden. Am besten deckt man die Erde rund um die Pflanzen mit einer dicken Mulchschicht ab. Beim Einsetzen wird der Rote Reinhard ordentlich gegossen. Eine Gießkanne mit 10 l Wasser sollte es schon sein.

Ribisel sind pflegeleicht, nur Trockenheit wird nicht gut vertragen. Regelmäßiges gießen ist daher unbedingt notwendig. Gelegentlich treten Schäden durch die Johannisbeerblattlaus auf. Dann kräuseln sich die Blätter und die Triebspitzen verkrüppeln. Handelsübliche Präparate gegen Blattläuse schaffen bei starkem Befall Abhilfe.

Das 1 x1 des Ribiselschnitts

Das Wichtigste beim Schnitt von Obstgehölzen ist, dass man weiß an welchen Ästen die Früchte wachsen werden. Ribisel fruchten am zweijährigen Holz. Das bedeutet, dass man einjährige Triebe nicht wegschneiden darf, da man sonst keine Ernte hat. Rote Ribisel kann man entweder im Februar oder direkt nach der Ernte schneiden. Ziel ist es, dass man ca. 10 starke Haupttriebe hat, von denen die Seitentriebe weggehen. Die meisten Früchte hängen an zwei bis drei jährigen Trieben und daher entfernt man immer zwei bis drei der älteren Haupttriebe und sorgt dafür, dass die gleiche Menge an jungen, kräftigen Trieben erhalten bleibt. Alle weiteren jungen Trieben werden bodennah abgeschnitten oder ausgerissen. Bei den verbleibenden Haupttrieben entfernt man die Seitentriebe, die ganz nah am Boden wachsen und die Seitentriebe, die bereits Früchte getragen haben, schneidet man auf 1 cm lange Zapfen zurück. Hier entstehen im nächsten Jahr neue Fruchttriebe. Alle einjährigen Triebe, auf denen noch keine Beeren waren, werden gar nicht geschnitten.